“Local Commerce” – Diskussion auf dem Barcamp München 2012 #bcmuc

Vor ca. einer Woche fand das Barcamp in München statt. Getreu dem Motto: “Keine Zuschauer, nur Teilnehmer!” habe auch ich eine kleine Diskussionsrunde angezettelt. Mich interessierte, wie andere Barcamper das Thema “lokales Wirtschaften” wahrnehmen. Ich hatte dafür eine kleine Präsentation vorbereitet und die Session moderiert.

Belohnt wurde ich mit einer interessanten Diskussion auf dem Camp, sowie interessante Informationen, Geschichten und neuen Kontakten. Genau so sollte ein Barcamp sein…

Barcamp Munich #bcmuc

Logo des Barcamp Munich #bcmuc

Einstiegspräsentation “In Zukunft alles E-Commerce?”

Meine Einstiegspräsentation beinhaltete aktuelle Zahlen und Trends zum Thema “online vs. offline commerce”. Dafür habe ich Themen aus diesem Blog aufgegriffen und bewusst auch etwas polarisiert.

In der darauf folgenden Diskussion ging es aber nicht um eine dogmatische Betrachtung zweier getrennter Welten. Die meisten Käufer handeln je nach Produktgruppe und Zielsetzung eh unterschiedlich. Die Bezeichnung “Hybrider Kunde” ziel dabei meist auf die Preisakzeptanz: Derselbe Kunde handelt dabei – je nach Situation – sowohl verschwenderisch, als auch sparsam. Hybrid handeln Kunden aber auch unter Beachtung anderer Kriterien – z.B. “lokal vs. global” oder “konventionell vs. bio”.



Die in der Präsentation enthaltenen Videos haben die beiden Schwerpunktthemen für die Diskussion gesetzt, auf die ich in den folgenden Blogbeiträgen eingehe:

  • Bedeutung des lokalen Handels für das urbane Zusammenleben
  • Entbündelung von Beratung und Produkt
  • Wissenschaft und Studien zur Stadtentwicklung

on2off ist IBM Global Entrepreneur

de__de_de__general__overview_spot5__168x330Das Jahr 2012 startet mit erfreulichen Nachrichten: wir sind IBM Global Entrepreneur. Mit diesem Programm fördert IBM Ideen, die auf intelligente Art und Weise an Problemen unseres Planeten ansetzen. Von intelligenten Stromnetzen bis hin zu intelligenten Städten — alle Aktivitäten zu dem Thema werden unter der “Smarter Planet” Strategie zusammengefasst.

Unsere Lösung passt insbesondere zur Vision der “Smarter Cities”. Dabei geht es darum, die Lebensqualität und Wirtschaftlichkeit der Städte zu sichern und zu verbessern. Gerade die kleinen lokalen Unternehmen im Bereich Handel, Dienstleistungen und Handwerk tragen in besonderem Maße zur Lebensqualität jeder Stadt bei.

Was qualifiziert uns für das Programm?

globalentre_leadhero1-440x380Insbesondere kleine Unternehmen sind selbst 2012 im Internet noch deutlich unterrepräsentiert. Gleichzeitig setzen Kunden bei der Recherche nach Produkten und Dienstleistungen verstärkt auf Onlinedienste – wer dabei nicht gefunden wird, bleibt unsichtbar…

Die Ansprüche an eine zeitgemäße Webpräsenz haben über die letzten Jahre deutlich zugenommen: Kunden informieren sich mit Hilfe einer wachsende Anzahl an spezialisierten Webdiensten und Sozialen Netzwerken. Eine einfache, statische Webseite ist heute sehr oft nicht mehr ausreichend. Mit der on2off-Lösung erhalten Unternehmer ihren eigenen, jederzeit zeitgemäßen vernetzten Auftritt im Web.

Warum sind kleine Unternehmen wichtig für einen Smarten Planeten?

Dafür gibt es mehrere wichtige Aspekte:

  • mehr als 91% aller Unternehmen in Deutschland haben weniger als 9 Mitarbeiter (Kleinstunternehmen), bzw. 98% maximal 49 Mitarbeiter (Kleinunternehmen),
  • über 40% aller Angestellten arbeiten bei Unternehmen dieser Größenklasse,
  • kleine Firmen erschaffen die meisten neuen Arbeitsplätze,
  • kleine Unternehmen prägen das individuelle Stadtbild und gehören zum unverzichtbaren Bestandteil der urbanen Kultur,
  • durch regionale Produktion fallen kürzere Transportwege an – was positiv für die Frische und Qualität von Lebensmitteln ist und dabei helfen sollte, den Energieverbrauch für ansonsten oft lange Transportwege zu senken,
  • mit Hilfe von lokal abgeführten Steuern können soziale und kulturelle Ausgaben der Städte finanziert werden,

Die Stärkung lokaler Wirtschaftskreisläufe trägt damit besonders zur Verbesserung der Lebensqualität von vielen bei. Da der moralische Zeigefinger nur selten hilfreich für nachhaltige Veränderungen ist, liegt uns nichts an einer dogmatischen Betrachtung. Zu jedem Trend gehört jedoch ein Ausgleich.

Die Globalisierung von Wirtschaftsprozessen in den vergangenen Jahren hat deutliche Produktivitätssteigerungen erzielt und viele Konsumgüterprodukte für einen größere Anzahl an Kunden bezahlbar gemacht. Gleichzeitig hatte dies aber Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt – es gibt daher auch berechtigte Kritik an der teils unfairen Verteilung der Wertschöpfung. Lokal und regionale ausgerichtete Initiativen setzen an diesem Punkt an. Kleine Unternehmen sind dafür besonders geeignet, da ein direkter Ausgleich von Angebot und Nachfrage in einer überschaubaren Region erzielt werden kann.

Auch E-Commerce als Wachstumsmarkt erobert zunehmend Marktanteile im Wettbewerb mit lokalen Unternehmern. E-Commerce bietet Kunden verschiedene Vorteile: gute Verfügbarkeit von Produktinformationen online, Öffnungszeiten rund um die Uhr, Lieferung direkt nach Hause, oft sehr guter Service bei Umtausch und Rückgabe. Über die je nach Branche unterschiedlich stark ausgeprägte Präferenz der Kunden online einzukaufen, haben wir bereits geschrieben.

Wir sind allerdings davon überzeugt, dass lokale Anbieter interessantes Potential haben, den Kundenservice noch besser zu gestalten. Die Kombination von Online-Informationen mit kompetenten direkten Ansprechpartnern und lokal verfügbaren Produkten vor Ort verbindet die Vorteile der Online- und Offline-Welt miteinander – etwas, dass ein reines E-Commerce Unternehmen nicht kann.

Fazit – die Balance ist wichtig

Zwischen Globalisierung und lokalen Wirtschaftskreisläufen – zwischen Handel vor Ort und E-Commerce. Schließlich hängt eine bessere Zukunft für uns alle insbesondere auch von einer gerechteren Verteilung des Wohlstands ab. Mit der Stärkung kleiner Unternehmen und lokaler Wirtschaftskreisläufe wollen wir damit zum “Smarter Planet” beitragen.